Protokoll vom 11.05.2015

So, noch mal ein herzliches Willkommen in die Runde zu unserem kleinen Ausflug in die Welt von WordPress, Joomla und TYPO3.

Worum ging’s heute?

Was bedeutet CMS und was macht man damit?
Ein CMS ist ein Content Management System, damit lassen sich Websites, Blogs, Online-Shops, Communities und mehr erstellen. Je nach Zweck gibt es verschiedene CMS, z.B. TYPO3 oder WordPress. Allen CMS gemein ist, dass sie sich in ein Front- und ein Backend unterteilen, also eine öffentliche Ansicht der Seite und eine Redaktionsansicht. Zumeist werden Texte usw. über das Backend eingestellt.

Der Vorteil eines CMS gegenüber einer mittels HTML und CSS selbst gebauten Seite ist, dass im CMS bereits sehr viele Strukturen und Module vorhanden sind, die es sehr einfach machen, damit eine gut funktionierende, responsive Website zu bauen. Wenn auch Laien mit der Website arbeiten sollen, beispielsweise als Redakteure, ist es sehr viel sinnvoller, ein CMS zu nutzen, statt die Seite selbst zu programmieren.

Was bedeutet Open Source?
Die hier besprochenen CMS sind alle “Open Source”, das bedeutet “quelloffen“. Das wiederum heißt, dass man sich die Software herunterladen und dann selbst daran herumbauen kann und vor allem darf. Das ist ein deutlicher Unterschied zu kommerzieller Software wie z.B. Microsoft Word. Dabei ist es nicht nur schwer möglich, überhaupt in die Programmierung reinzuschauen (weil das nicht erwünscht ist) und es ist auch strikt verboten, daran selbst herumzubauen.

Open Source ist daher eine finanziell sehr günstige Lösung (die Software kostet nichts) und man darf damit quasi machen, was man möchte, kann sein TYPO3 also nach Belieben verbiegen, umgestalten, erweitern.

Wie funktioniert das mit dem Backend?
Die drei behandelten CMS TYPO3, Joomla und WordPress erlauben es, sich mittels eines speziellen Befehls ins Backend einzuloggen.

Bei TYPO3 hängt man dazu an die Adresse der Website /typo3 an, bei Joomla /administrator und bei WordPress /wp-admin. Das muss man wissen, da man sonst unter Umständen nicht an die Redaktionsoberfläche herankommt.

Wie werden CMS grafisch gestaltet?
Für gewöhnlich arbeiten CMS mit Designschablonen, die mal “Templates” oder mal “Themes” genannt werden. Diese Schablonen legen fest, wie die Inhalte der Seite dargestellt werden. Wichtig hierbei: Inhalte und Gestaltung der Seite sind zwei völlig unabhängige Dinge. Exakt dieselben Artikel eines Blogs z.B. lassen sich mit unterschiedlichen Themes auf völlig andere Art und Weise darstellen. An den Inhalten selbst ändert das aber nichts. Beispiel hier war ein Zeitungsartikel, der einmal in der BILD und einmal in der Süddeutschen oder der TAZ erscheint. Inhaltlich auf’s Wort ähnlich, wäre das Layout je nach Zeitung völlig anders. Mal abgesehen davon, dass ein Artikel der BILD niemals in der der TAZ erscheinen würde, aber darum geht’s nicht.

Kenntnisse in HTML und CSS vorausgesetzt, lässt sich die Struktur eines Templates auch selbst anpassen. Hier sollte man allerdings wissen, was man tut, bevor man das Design komplett zerstört.

Was brauche ich, um ein CMS zu betreiben?
Sinnvoll ist es im Allgemeinen, für den Betrieb eines CMS einen eigenen Server, bzw. Serverplatz, anzumieten. Das kostet nicht viel Geld, ab 5 € im Monat ist man dabei. Dort installiert man dann (oder lässt es installieren) das gewünschte CMS, richtet sich eine eigene Domain ein (also sowas wie http://www.sozialvernetzer.de) und legt los. Der Serveranbieter muss lediglich eine geeignete Umgebung (also beispielsweise LAMP) bereitstellen, damit das CMS funktioniert. Das ist aber in den allermeisten Fällen klar.

WordPress lässt sich darüber hinaus auch direkt “in der Cloud” betreiben, also nicht auf einem eigenen Server, sondern auf denen von WordPress. Dieses Dokublog z.B. läuft direkt über die WordPress-Server. Das hat den Vorteil, dass ich mich mit Hosting etc. nicht beschäftigen muss und einfach drauflos schreiben kann. Es hat aber auch den Nachteil, dass ich dieses Blog nicht so umfassend erweitern und gestalten kann (es sei denn ich kaufe mir ein Premium-Theme) und (wichtig!), dass ich datenschutztechnisch ein Problem habe, wenn ich hier Kundendaten verarbeiten würde.

Für den geschäftlichen Einsatz ist es daher empfehlenswert, sich einen Serveranbieter innerhalb Deutschlands zu suchen und dort sein CMS direkt selbst zu hosten.

LAMP-Umgebung
Als Fachbegriff haben wir heute die LAMP-Umgebung besprochen. Dieser Begriff beschreibt ein Paket von Software, das Grundlage ist, wenn man z.B. ein CMS auf einem Server installieren möchte. L=Linux, A=Apache, M=MySQL, P=php. Linux dient dabei als grundlegendes Betriebssystem, der Apache ist ein Webserver (der das Bereitstellen von Websites ermöglicht), MySQL ist ein Datenbanksystem, in dem Informationen wie Artikel etc. gespeichert werden, php schließlich ist eine Skriptsprache, die Informationen aus der Datenbank so aufbereitet, dass eine Website mittels HMTL darauf zugreifen kann. Der Browser auf dem Rechner des Endanwenders schließlich bekommt das HMTL ausgeliefert, das mittels CSS gestylt wird, und zeigt dann die Website sowie ggf. die Inhalte der Datenbank an.

Eigentlich ganz einfach 🙂

Protokoll vom 23.07.2014

Heute ging es u.a. um die rechtlichen Hintergründe, die man als Anbieter von Internetseiten, Webshops, Blogs, facebook-Seiten (kurzum bei allem) berücksichtigen muss.

Hier mal in Kürze anhand von Links zusammengefasst:

Abseits dieser rein auf den Online-Bereich bezogenen Gesetze gelten natürlich online viele „Offline“-Gesetze ebenfalls. Wettbewerbsrecht sei hier genannt, das z.B. beim Kaufen von Likes auf facebook schwerwiegende Konsequenzen haben kann, Stichwort: unlauterer Wettbewerb. Auch Beleidigungen, Verleumdung etc. sind online genauso schwerwiegend und werden entsprechend geahndet wie das offline der Fall ist. Den Chef auf facebook persönlich zu beleidigen ist eine ganz schlechte Idee, das kann nämlich direkt zur fristlosen Kündigung führen. Peng. Dass auch Politiker vor sowas nicht sicher sind, sieht man z.B. hier.

Bei  Thema „Spamvermeidung“ ist nicht nur relevant, dass man selbst keine Spam versenden darf (also z.B. ungewollte Werbung), sondern dass man auch sicherstellen muss, dass die eigene Website nicht von Bots gekapert und als Spamschleuder benutzt wird.

Daneben ist es *absolut notwendig*, sich die AGBs und Bestimmungen der Netzwerke und Dienste durchzulesen, die man für geschäftliche Zwecke einsetzt. Hier z.B. die Richtlinien für Seiten bei facebook. Ebenso gibt es welche für Werbeanzeigen, Promotions wie Gewinnspiele etc. Ein Verletzen der Richtlinien kann zur Sperrung der eigenen Seite führen. Nicht cool.

Ansonsten sollte man aus Datenschutzperspektive im Auge behalten, dass US-basierte Dienste alle Daten natürlich auch in den US of A bzw. irgendwo in der Cloud speichern. Der Umgang mit personenbezogenen Daten sollte … nein, darf! … in diesen Netzwerken nicht erfolgen. Kundenkontaktdaten über facebook auszutauschen ist nicht nur schlechter Stil, es ist schlicht verboten.

So, dann ging es um WordPress.

WordPress ist eine kostenfrei nutzbare Blogplattform. Unter www.wordpress.com kann man beliebig viele eigene Blogs erstellen, die dann direkt auf den Servern von WordPress gehostet werden (Datenschutz, wir erinnern uns!). Sehr einfach und im Vergleich zu anderen CMS wirklich übersichtlich.

Auf der anderen Seite kann man WordPress von www.wordpress.org auch als Software runterladen, um es auf einem eigenen Server zu installieren. Dadurch hat man volle Kontrolle über Gestaltung und Funktionen, muss aber eben auch selbst für Wartung und Updates sorgen. Naja, irgendwas ist immer. Geht man mit Kundendaten um (z.B. über ein Kontaktformular) sollte man auf jeden Fall selbst hosten!

Heute werden wir uns weiter mit WordPress beschäftigen und uns u.a. Module, FTP-Server und Vernetzung mit anderen Plattformen anschauen.