Protokoll vom 14.04.2015

Heute ging es primär um das Anlegen und Verwalten von „Seiten“ in Facebook. Zu den Funktionen von Seiten schrieb ich bereits etwas im Protokoll vom 8.4.2015. Ich pack’s aber trotzdem noch mal hier rein. Warum? Weil ich’s kann 😛

“Seiten” in facebook, wofür genau sind die gut?

  • Jeder Nutzer von facebook kann Seiten anlegen. Und zwar beliebig viele.
  • Beim Anlegen einer Seite muss man festlegen, welcher Art die Seite sein soll (Unternehmen, Marke, Gemeinschaft usw.). Davon hängt u.a. ab, welche Inhaltsfelder zur Verfügung stehen, ob man Zugriff auf Statistiken hat und einiges mehr. Das ist leider recht intransparent und nur durch Experimentieren herauszufinden.
  • Es gibt detaillierte Regeln für den Betrieb von Seiten bei facebook, die man unbedingt vorher lesen sollte!
  • Seiten sind immer öffentlich sichtbar (mit Einschränkungsmöglichkeit nach Ländern)
  • Seiten können “nicht veröffentlicht” werden, dann sind sie nur für Admins sichtbar (sinnvoll, wenn man gerade dran bastelt)
  • Admins können andere Nutzer (Freunde oder Fans der Seite) ebenfalls zu Admins machen, hierbei stehen mehrere Ränge zur Auswahl.
  • Es kann für jede Seite festgelegt werden, ob Nutzer (egal ob Fans oder nicht) dort Postings schreiben oder Bilder und Videos veröffentlichen dürfen.
  • Kommentieren, Teilen und “gefällt mir” ist allen Besuchern der Seite *immer* möglich und kann auch nicht unterbunden werden.
  • Ausnahme: Nutzer können als Fans “entfernt” oder komplett “blockiert” werden. Im letzteren Fall können diese Ex-Fans nicht mehr auf Inhalte der Seite zugreifen und daher auch nicht mehr mit ihr interagieren.
  • Es können Filter für vulgäre Ausdrücke (von facebook verwaltet) und eigene Filter für bestimmte Begriffe eingerichtet werden. Verwendet ein Nutzer einen “verbotenen” Begriff, so wird der entsprechende Beitrag verborgen und der Admin informiert bzw. das Absenden des Inhalts ist gar nicht erst möglich.
  • Admins können Inhalte von Nutzern löschen
  • es gibt seit Neustem ein eigenes Impressum-Feld! Hallelujah! Preiset den Zuckerberg!
  • Admins einer Seite können auf zwei Arten auf der Seite veröffentlichen: Entweder sie besuchen die Seite als Nutzer und wählen dann oben “im Namen der Seite posten” oder sie wechseln komplett in die Haut der Seite (über das Zahnrad rechts oben).
  • Hat man zur Seite gewechselt, steht einem auch der Seiten-Newsfeed zur Verfügung. Dieser ist total sinnvoll, wenn man als Seite mit anderen Seiten interagieren möchte.
  • Über diesen Newsfeed können Seiten, genau wie Profile, eigene Netzwerke aufbauen, indem sie andere Seiten “liken”, kommentieren oder teilen. Dies ist sehr wichtig, sofern man eine Seite sinnvoll betreiben will und nicht nur als Blog in facebook ansieht. Über den Newsfeed können für jede Seite sehr konkret Informationen zu bestimmten Themen zusammengesammelt werden.
  • Seiten können, ebenso wie Profile eine “vanity URL”, als eine eigene Adresse haben (Beispiel: http://www.facebook.com/sozialvernetzer) Abhängig vom gewählten Seitentyp kann diese Adresse sofort, oder erst nach dem Erreichen einer bestimmten Fanzahl angelegt werden.

Hier noch etwas zu „Apps“ in Facebook, das vertiefen wir auch noch weiter.

Kampagnen (also zeitlich begrenzte Aktionen z.B. zum Bewerben eines neuen Produkts) haben immer das Ziel, die Zielgruppe aufmerksam zu machen, zu Interaktion anzuregen und eventuell Informationen über die Zielgruppe zu sammeln.

Oftmals werden eigene “Apps” eingesetzt (wir erinnern uns an die Lufthansa-App, die partout meine Daten wollte), um den Besucher mit z.B. kreativen Gestaltungsmöglichkeiten (“Design your bottle!” bei Warsteiner) oder einem interaktiven Comic (Axe) zur Teilnahme (und damit zur Datenübermittlung und zur Weitergabe an eigene Freunde!) zu animieren. Wird von einem Nutzer vor Benutzung der App erst ein “gefällt mir”-Klick verlangt, spricht man von einem Fan-Gate. Aus meiner Sicht keine sinnvolle Strategie, sondern Erpressung, aber das ist nur meine Meinung.

Apps sind dabei keine Inhalte von facebook, sondern stammen vom Betreiber der Seite, also der werbenden Firma. Deshalb (und nur! deshalb) wollen die Apps auch Zugriff auf meine Profildaten – facebook selbst hat diesen ja bereits. Die Inhalte einer App liegen auf einem externen Server und werden z.B. von Lufthansa ausgewertet, nicht von facebook.

Einiges hiervon besprechen wir morgen genauer und schauen uns auch ein paar Beispiele an:

  • Kampagnen (also zielgerichtete, zeitlich begrenzte Aktionen) bei facebook werden genutzt, um eigene Angebote unter der Zielgruppe bekannt zu machen und möglichst weit zu verteilen.
  • Dazu werden Nutzer oft genötigt, vor der Teilnahme an einer Aktion erst “gefällt mir” zu klicken (vgl.: Fangate). Dadurch wird es dem Anbieter der Kampagne ermöglicht, zukünftig dem Nutzer direkt Informationen zuzuspielen.
  • Des Weiteren ist es oft nötig, der “App” der Kampagne (also der eigentlichen Anwendung) Rechte einzuräumen, z.B. Zugriff auf eigene Informationen, Freundeslisten, Erlaubnis an meiner Pinwand zu posten usw. Das ist bereits kritisch zu bewerten, denn hier erlaube ich einer Fremdanwendung den Zugriff auf meine Informationen.
  • Noch weiter geht die Datensammlung, wenn auf der App-Seite noch ein Kontaktformular eingebaut ist. Die dort eingegebenen Daten werden *nicht* an facebook, sondern direkt an den Anbieter der App weitergegeben.
  • Bei manchen Gewinnspielen ist es zwingend nötig, andere facebook-Nutzer ebenfalls zum Nutzen der App “einzuladen”, beim Beispiel Turkish Airlines ist es sogar so, dass meine Gewinnchance nur dann steigt, wenn eingeladene Nutzer die App auch tatsächlich selbst nutzen. Das grenzt an Nötigung und ist daher sehr kritisch zu betrachten.
  • Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Kampagnen-Apps, Gewinnspiele oder Aktionen immer den Hintergrund haben, eine möglichst hohe Reichweite zu erzielen, Werbung unters Volk zu werfen und (durch “gefällt mir”-Klicks) auch langfristig Informationen direkt an Nutzer auszuspielen
  • Kampagnen werden von vornherein finanziell durchgerechnet, so dass Sie sicher sein können, dass sich so eine Aktion locker refinanziert. Jeder Nutzer, der an einer Kampagnen-App teilnimmt, kann direkt in Geld umgerechnet werden.
  • Besonders witzige, tragische oder anderweitig interessante Inhalte verbreiten sich quasi von selbst (virale Verteilung), oft zielen Kampagnen genau auf diesen Effekt ab (siehe auch Werbung für “Carrie” oder “Dumb Ways to die”)
  • Bei viralen Kampagnen steht oft ein Ohrwurmeffekt oder ein sehr aufwändig produziertes Video im Vordergrund. Die Markenbotschaft folgt meist erst am Schluss.
  • Es kann auch passieren, dass sich Werbeträger und Werbebotschaft von einander komplett ablösen (Beispiel: Moorhuhn)
  • Werbeslogans (“Claims”) müssen von der Zielgruppe verstanden werden, damit sie funktionieren. Das bezieht sich nicht nur auf englische Begriffe (“come in and find out”), sondern auch auf z.B. “Voll behindert … andere nicht mitspielen zu lassen”. Man sollte sich hier nicht vom allgegenwärtigen Denglisch (“For you. Vor Ort.”) leiten lassen, sondern klar und verständlich an die Zielgruppe kommunizieren.
  • Teilweise werden Kunstwort erfunden “Flugsrad”, um den Wiedererkennungswert der Kampagne zu steigern. Teilweise wird (Beispiel IKEA) mit Akzent gesprochen, es werden lokale Bräuche weitergegeben (Knut), die es unter Umständen dort gar nicht gibt oder die kaum von Bedeutung sind. Hier wird eine Identifikation geschaffen mit dem Ursprungsland des Anbieters.
  • Technisch sind die meisten Apps in facebook von externen Quellen eingebunden. Dazu muss nur ein eigener App-Container angelegt werden, der dann beliebige Inhalte von externen Seiten anzeigen kann. Diese Inhalte müssen seit einigen Jahren verschlüsselt ausgeliefert werden, um Sicherheitslücken zu stopfen. Das bedeutet, dass quasi jeder eine eigene App bauen kann, mit ein wenig Kenntnis in HTML und CSS kann diese dann sogar ganz hübsch aussehen.
  • Das Einbinden externer Inhalte hat mehrere Vorteile: Besucheraktionen finden außerhalb von facebook statt, der Anbieter hat volle Kontrolle über das, was in der App angezeigt wird und passiert. Website-Tracking (also das Verfolgen von Nutzerbewegungen) ist so sehr viel einfacher möglich.
  • Dienste wie Hootsuite.com ermöglichen es nicht nur, alle Social Media Kanäle eines Unternehmens zu synchronisieren und über eine Plattform zu betreiben. Sie ermöglichen es auch, ein gezieltes und umfassendes Tracking durchzuführen. Hierbei lassen sich komfortabel Nutzerzahlen, Interaktionen, Reichweiten und mehr messen.
Advertisements

Kommentar hinterlassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s