Protokoll vom 19.01.2015

Mit etwas Verspätung diesmal. Aber hey, besser spät als nie 🙂

Gestern ging es um xing, dazu findet ihr ausführlichen Input im Protokoll von gestern. Danach haben wir uns mit Phänomenen wie „Cosplay“ und „Let’s Plays“ beschäftigt. Dann gab’s noch ein Musikbeispiel, in dem sehr stark mit Symbolik gespielt wurde. Das sollte ein wenig dafür sensibilisieren, dass gezielte Provokation auch ein Mittel sein kann, sich ins Gespräch zu bringen. Ich verstehe meine Kurse eben immer auch als eine Art der kulturellen Horizonterweiterung.

Dann ging es den Rest des Tages um Projektkonzeption und -planung.

Das “magische Dreieck” des Projektmanagement und was es in der Praxis bedeutet

Die drei Dimensionen “Termin/Zeit”, “Kosten” und “Umfang/Leistung (Qualität)” findet man in jedem Projekt, ob es nun eine Website oder ein Flughafen ist. Ändert sich eine der Dimensionen, müssen die anderen angepasst werden. Wir werden hierüber noch ausführlich sprechen, da dieses Dreieck für wirklich jedes Projekt, z.B. auch für die private Planung, absolut relevant ist.

“Stakeholder” und ihre Interessen

Die Interessengruppen an einem Projekt, die sog. Stakeholder, sind alle diejenigen, die irgendwie von dem Projekt betroffen sind, an der Durchführung interessiert sind oder diese verhindern wollen. Will ich die Gedächtniskirche abreißen, um dort ein Nobelhotel hinzusetzen, zeigt sich schnell, wie mächtig der Einfluss von “negativen” Stakeholdern (in diesem Fall das Land Berlin, diverse Vereine, die Anwohner und jede Menge andere …) sein kann. Sich mit den Interessengruppen an einen Tisch zu setzen, gehört zu den Aufgaben des Projektmanagers. In der Vermittlung zwischen verschiedenen Interessengruppen sollte ein Konsens erreicht werden. Dies kann je nach Komplexität eines Projekt leichter oder schwerer bis hin zu nahezu unmöglich (Gedächtniskirche) sein.

Wesentlich ist, alle betroffenen Gruppen zu erkennen und ihre Interessen herauszufinden. Nur so kann ein Projekt erfolgreich umgesetzt werden und langfristig funktionieren.

Corporate Blogs als Teil von Kommunikationskonzepten

Anders als bei privaten Blogs sind “Firmenblogs” direkt von einer Firma oder einem Konzern betrieben. Sie funktionieren als Instrument der Kommunikation des Unternehmens an seine Zielgruppen – weniger als Verkaufsplattform, mehr als Möglichkeit, auch einem Konzern wie Daimler ein menschliches Antlitz zu geben. Die Autoren eines Corporate Blogs sind Mitarbeiter des Unternehmens, die Themen sind dabei oft privaterer Natur, als man es z.B. auf der offiziellen Website finden würde. Da probiert eine Mitarbeiterin mal vegane Ernährung aus, da schreibt ein anderer einen Reisebericht aus dem Urlaub usw. Corporate Blogs richten sich (Beispiel Daimler) nicht primär an den Endkunden, der ein Auto kaufen soll (der ist auf der Website besser aufgehoben), sondern z.B. an potentielle neue Mitarbeiter oder anderweitig Interessierte.

Und damit es nicht langweilig wird, hier noch ein Exkurs zu „Filesharing vs. Streaming“ in Vorbereitung auf die rechtlichen Themen.

Filesharing vs. Streaming (Wann ist welche Form davon ggf. strafbar?)

Filesharing und Streaming unterscheiden sich zunächst technisch. Beim Filesharing wird alles, was ich herunterlade, automatisch anderen Nutzern ebenfalls (von mir, also von meinem Rechner aus!!!) zum Herunterladen angeboten. Jeder „Downloader“ ist beim Filesharing (daher auch sharing: „teilen“) auch „Uploader“, also Anbieter von Inhalten. Und genau hier liegt der Hase im (juristischen) Pfeffer: Das Herunterladen von Inhalten allein ist noch nicht der strafrechtlich relevante Part, sondern vielmehr das Anbieten an andere Nutzer. Beim Streaming wird ein Inhalt nur auf meinen Rechner geladen und nicht als komplette Datei abgelegt (so wäre es beim Filesharing), gleichzeitig wird beim Streaming mein Download nicht anderen Nutzern verfügbar gemacht.

Auch Filesharing ist an sich nicht strafbar: Teile ich damit nur Inhalte, bei denen kein Urheberrecht verletzt wird, gibt es überhaupt kein Problem, auch nicht mit der Weitergabe an andere Nutzer. Man kann Filesharing dazu nutzen, z.B. Skripte zu Veranstaltungen oder dergleichen zu teilen. Nutzt man Filesharing ber zum Runterladen urheberrechtlich geschützter Filme, Bilder, Musik, Bücher oder was auch immer, macht man sich (wegen der gleichzeitigen Verfügbarmachung) strafbar. Beim Streaming geht die aktuelle Rechtssprechung davon aus, dass kein Straftatbestand vorliegt. Noch.

Und jetzt noch ein Thema, über das wir sprechen werden.

Die eigene „Filterblase“ und wie man damit umgeht

Mit der „Filterblase“ haben wir uns mit dem Begriff „Ponyfarm“ auseinandergesetzt. Je nachdem, in welche Suchmaschine ich den Begriff eingeben und ob ich dort eingeloggt bin, erhalte ich durchaus unterschiedliche Ergebnisse. Das liegt daran, dass Suchmaschinen wie Google versuchen, mir nur für mich relevante Inhalte zu zeigen, nicht die objektive Wahrheit (naja, die gibt’s sowieso nicht). Bin ich bei Google angemeldet, während ich suche, nutzt Google alle Informationen, die es über mich hat (und das sind sssseeeeeehhhhhrrrrr viele), um mir passende Ergebnisse anzuzeigen. Auch bing macht das (in Maßen), denn bing weiß zumindest, von wo ich mich ins Netz einlogge und was für einen Rechner ich verwende. Suchmaschinen wie duckduckgo behaupten hingegen, keinerlei Daten der Nutzer zu sammeln (offenbar noch nicht mal die IP-Adresse) und so kommt es dann, dass mir bei Google und bing auf der ersten Seite Ponyfarmen in Berlin und Brandenburg vorgeschlagen werden, bei duckduckgo jedoch irgendwas in den USA und nix aus Deutschland.

Die Filterblase hat aber auch Vorteile: Ich finde in der Regel schneller Inhalte, die mich betreffen oder interessieren. Je nachdem muss man entscheiden, ob man z.B. Google nutzt (Alltagssuche) oder doch eher duckduckgo (z.B. Suche nach politischen Inhalten). Man darf jedoch auf aller-gar-keinsten-Fall die Suchergebnisse von Google und schon gar nicht die von faecbook mit objektiven Ergebnissen verwechseln. Auch duckduckgo ist letztlich nicht völlig objektiv, denn irgendwie muss ja festgelegt werden, in welcher Reihenfolge die Ergebnisse angezeigt werden. Ich sehe also nirgends „alles“, was es im Netz gibt, zumindest nicht auf einer Seite.

So, zur Auflockerung etwas Musik. Emilie Autum mit „Misery loves Company“, was soviel heißt wie „Ein Unglück kommt selten allein“. Ja, mein Humor ist so schwarz wie meine Seele 🙂

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