Protokoll vom 16.10.2014

Personal Branding“ stand heute im Mittelpunkt, also das Sich-selbst-gut-darstellen im Netz, das schaffen einer eigenen „Marke“ unter dem eigenen Namen.

Dabei haben wir uns kurz den Dienst about.me angeschaut, der es kostenfrei erlaubt, sich eine kleine Profilseite im Netz anzulegen, auf der man sich beruflich darstellen und Links zu eigenen Seiten setzen kann.

Danach ging es dann erst mal eine ganze Weile um WordPress.

WordPress ist eine kostenfrei nutzbare Blogplattform. Unter www.wordpress.com kann man beliebig viele eigene Blogs erstellen, die dann direkt auf den Servern von WordPress gehostet werden (Datenschutz, wir erinnern uns!). Sehr einfach und im Vergleich zu anderen CMS wirklich übersichtlich.

Auf der anderen Seite kann man WordPress von www.wordpress.org auch als Software runterladen, um es auf einem eigenen Server zu installieren. Dadurch hat man volle Kontrolle über Gestaltung und Funktionen, muss aber eben auch selbst für Wartung und Updates sorgen. Naja, irgendwas ist immer. Geht man mit Kundendaten um (z.B. über ein Kontaktformular) sollte man auf jeden Fall selbst hosten!

Wir haben uns noch mal näher angeschaut, dass das Ändern des „Themes“ sehr einfach vonstatten geht, dass Themes normalerweise zumindest eingeschränkt auch manuelle angepasst werden, ohne auf die CSS-Ebene gehen zu müssen. In den meisten Themes ist es möglich, ein eigenes Header-Bild zu definieren oder die Hintergrundfarbe selbst festzulegen. Auch die „Widgets“ für die Seitenspalten (bzw. den Fußbereich) können selbst ausgewählt und arrangiert werden. Diese „Widgets“ (z.B. eine Tag-Cloud, eine Abo-Funktion für das Blog usw.) sind total sinnvoll, ich nutze auf meinen Blogs eine ganze Menge davon. Mittels der Widgets lassen sich nämlich noch eine ganze Reihe weiterer Infos (z.B. Verweise zu anderen eigenen Websites, zum Online-Shop etc.) gut sichtbar neben dem Content platzieren.

Bei selbst-gehosteten WordPress-Installationen (die also auf einem eigenen Server liegen, nicht in der Cloud) kann man das Design und die Pluginkonfiguration komplett selbst bestimmen. Das setzt aber zum Teil mehr als nur grundlegende Kenntnisse von HTML, CSS und php voraus. Laien sind schnell überfordert. Auf der anderen Seiten geht die Installation der meisten Plugins über den FTP-Server einfach vonstatten. Module, die im WordPress-Jargon „Plugins“ genannt werden, stehen in großer Zahl zur Verfügung. Viele davon sind kostenfrei nutzbar. So gibt es sehr sinnvolle Backup-Module, bessere Kalender-Ansichten, Download-Verwaltungs-Module, 2-Klick-Social-Media-Buttons und und und. Legt man viel Wert auf einen erweiterten Funktionsumfang und individuelle Gestaltung, oder geht man mit Kundendaten um (Datenschutz, wir erinnern uns), ist ein selbst-gehostetes WordPress die bessere Wahl.

Corporate Blogs sind Blogs, die zwar von einem Unternehmen „betrieben“ werden, aber von den Mitarbeitern als quasi-Privatpersonen gefüllt werden. Als Beispiel hatten wir uns das Daimler-Blog angeschaut, wo wir auch die Blog-Guidelines gesehen haben. Diese sind recht offen formuliert und sollen keine Verbote aussprechen, sondern Richtlinien vorgeben, die für alle Seiten Sicherheit schaffen. Auch das Blog von Frosta haben wir uns angeschaut, dieses ist aber deutlich werblicher aufgebaut und aus meiner Sicht kein echtes Corporate Blog, sondern eher eine Werbeseite, die als Alibi ein paar Artikel enthält.

Generell (das findet sich auch in den Daimler Guidelines) soll ein Corporate Blog weniger das Unternehmen als die Menschen in den Fokus rücken. Es soll aus persönlicher Perspektive geschrieben werden, nicht im Namen oder im Auftrag des Unternehmens. Dadurch soll der menschliche Faktor eines Unternehmens betont werden, um sich z.B. als guter Arbeitgeber zu positionieren. Blog und Website verfolgen z.B. bei Daimler deutlich unterschiedliche Zwecke.

„Videoblogs“ und „Let’s Plays“ als neue Marketing- und Werbeformen
So, und jetzt noch was für’s Auge. Ist Geschmacksache, aber ich gucke der Reni sehr gern zu. Auch ohne Ton 🙂 Und hier der Beweis, dass ich die wirklich schon lange kenne.

Diese Form der Kundenansprache (denn nichts anderes ist das natürlich, auch wenn Karenina sich wie das nette, hübsche Mädchen von nebenan vor die Kamera setzt) ist effektiv. Jedes ihrer Videos hat mindestens 100.000 Views. Diese Reichweite mit diesem vergleichsweise extrem geringen Aufwand zu generieren, das ist schon ein starkes Ding. Für ein Unternehmen hat der „Umweg“ über (Video)blogger den Vorteil, dass sie dadurch extrem nah an die Zielgruppe heran kommen. Bei einer klassischen Kampagne mit Plakaten etc. lässt sich so eine perfekte Zielausrichtung kaum erzeugen.

Dieses Empfehlungs-Marketing wird, wie ich schon mehrfach betont habe, aus meiner Sicht in den nächsten Jahren noch viel mehr an Bedeutung gewinnen. Wir alle wissen, dass das auch wirklich funktioniert. Wenn uns ein Freund ein Buch empfiehlt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir das auch lesen/kaufen wollen, deutlich an. Sehen wir hingegen nur eine Werbung dafür, lässt uns das meist eher kalt. So ist das bei mir zumindest.

Eine ähnliche Form der Ansprache wird von den sogenannten „Let’s-Playern“ erreicht. Diese spielen aktuelle Computerspiele und kommentieren ihre Erfahrungen direkt. Sehr direkt, sehr nah an der Zielgruppe. Einer der bekanntesten deutschen Let’s-Player ist „Gronkh„.

Die eigene „Filterblase“ und wie man damit umgeht

Mit der „Filterblase“ haben wir uns mit dem Begriff „Ponyfarm“ auseinandergesetzt. Je nachdem, in welche Suchmaschine ich den Begriff eingeben und ob ich dort eingeloggt bin, erhalte ich durchaus unterschiedliche Ergebnisse. Das liegt daran, dass Suchmaschinen wie Google versuchen, mir nur für mich relevante Inhalte zu zeigen, nicht die objektive Wahrheit (naja, die gibt’s sowieso nicht). Bin ich bei Google angemeldet, während ich suche, nutzt Google alle Informationen, die es über mich hat (und das sind sssseeeeeehhhhhrrrrr viele), um mir passende Ergebnisse anzuzeigen. Auch bing macht das (in Maßen), denn bing weiß zumindest, von wo ich mich ins Netz einlogge und was für einen Rechner ich verwende. Suchmaschinen wie duckduckgo behaupten hingegen, keinerlei Daten der Nutzer zu sammeln (offenbar noch nicht mal die IP-Adresse) und so kommt es dann, dass mir bei Google und bing auf der ersten Seite Ponyfarmen in Berlin und Brandenburg vorgeschlagen werden, bei duckduckgo jedoch irgendwas in den USA und nix aus Deutschland.

Die Filterblase hat aber auch Vorteile: Ich finde in der Regel schneller Inhalte, die mich betreffen oder interessieren. Je nachdem muss man entscheiden, ob man z.B. Google nutzt (Alltagssuche) oder doch eher duckduckgo (z.B. Suche nach politischen Inhalten). Man darf jedoch auf aller-gar-keinsten-Fall die Suchergebnisse von Google und schon gar nicht die von faecbook mit objektiven Ergebnissen verwechseln. Auch duckduckgo ist letztlich nicht völlig objektiv, denn irgendwie muss ja festgelegt werden, in welcher Reihenfolge die Ergebnisse angezeigt werden. Ich sehe also nirgends „alles“, was es im Netz gibt, zumindest nicht auf einer Seite.

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