Protokoll vom 21.01.2014

Die letzte Woche unseres Kurses läuft, wir bewegen uns auf die zweite und letzte Klausur zu.

Womit haben wir uns heute beschäftigt?

  • Kampagnen (also zielgerichtete, zeitlich begrenzte Aktionen) bei facebook werden genutzt, um eigene Angebote unter der Zielgruppe bekannt zu machen und möglichst weit zu verteilen.
  • Dazu werden Nutzer oft genötigt, vor der Teilnahme an einer Aktion erst „gefällt mir“ zu klicken (vgl.: Fangate). Dadurch wird es dem Anbieter der Kampagne ermöglicht, zukünftig dem Nutzer direkt Informationen zuzuspielen.
  • Des Weiteren ist es oft nötig, der „App“ der Kampagne (also der eigentlichen Anwendung) Rechte einzuräumen, z.B. Zugriff auf eigene Informationen, Freundeslisten, Erlaubnis an meiner Pinwand zu posten usw. Das ist bereits kritisch zu bewerten, denn hier erlaube ich einer Fremdanwendung den Zugriff auf meine Informationen.
  • Noch weiter geht die Datensammlung, wenn auf der App-Seite noch ein Kontaktformular eingebaut ist. Die dort eingegebenen Daten werden *nicht* an facebook, sondern direkt an den Anbieter der App weitergegeben.
  • Bei manchen Gewinnspielen ist es zwingend nötig, andere facebook-Nutzer ebenfalls zum Nutzen der App „einzuladen“, beim Beispiel Turkish Airlines ist es sogar so, dass meine Gewinnchance nur dann steigt, wenn eingeladene Nutzer die App auch tatsächlich selbst nutzen. Das grenzt an Nötigung und ist daher sehr kritisch zu betrachten.
  • Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Kampagnen-Apps, Gewinnspiele oder Aktionen immer den Hintergrund haben, eine möglichst hohe Reichweite zu erzielen, Werbung unters Volk zu werfen und (durch „gefällt mir“-Klicks) auch langfristig Informationen direkt an Nutzer auszuspielen
  • Kampagnen werden von vornherein finanziell durchgerechnet, so dass Sie sicher sein können, dass sich so eine Aktion locker refinanziert. Jeder Nutzer, der an einer Kampagnen-App teilnimmt, kann direkt in Geld umgerechnet werden.
  • Besonders witzige, tragische oder anderweitig interessante Inhalte verbreiten sich quasi von selbst (virale Verteilung), oft zielen Kampagnen genau auf diesen Effekt ab (siehe auch Werbung für „Carrie“ oder „Dumb Ways to die“)
  • Bei viralen Kampagnen steht oft ein Ohrwurmeffekt oder ein sehr aufwändig produziertes Video im Vordergrund. Die Markenbotschaft folgt meist erst am Schluss.
  • Es kann auch passieren, dass sich Werbeträger und Werbebotschaft von einander komplett ablösen (Beispiel: Moorhuhn)
  • Werbeslogans („Claims“) müssen von der Zielgruppe verstanden werden, damit sie funktionieren. Das bezieht sich nicht nur auf englische Begriffe („come in and find out“), sondern auch auf z.B. „Voll behindert … andere nicht mitspielen zu lassen“. Man sollte sich hier nicht vom allgegenwärtigen Denglisch („For you. Vor Ort.“) leiten lassen, sondern klar und verständlich an die Zielgruppe kommunizieren.
  • Teilweise werden Kunstwort erfunden „Flugsrad“, um den Wiedererkennungswert der Kampagne zu steigern. Teilweise wird (Beispiel IKEA) mit Akzent gesprochen, es werden lokale Bräuche weitergegeben (Knut), die es unter Umständen dort gar nicht gibt oder die kaum von Bedeutung sind. Hier wird eine Identifikation geschaffen mit dem Ursprungsland des Anbieters.
  • Technisch sind die meisten Apps in facebook von externen Quellen eingebunden. Dazu muss nur ein eigener App-Container angelegt werden, der dann beliebige Inhalte von externen Seiten anzeigen kann. Diese Inhalte müssen seit einigen Jahren verschlüsselt ausgeliefert werden, um Sicherheitslücken zu stopfen. Das bedeutet, dass quasi jeder eine eigene App bauen kann, mit ein wenig Kenntnis in HTML und CSS kann diese dann sogar ganz hübsch aussehen.
  • Das Einbinden externer Inhalte hat mehrere Vorteile: Besucheraktionen finden außerhalb von facebook statt, der Anbieter hat volle Kontrolle über das, was in der App angezeigt wird und passiert. Website-Tracking (also das Verfolgen von Nutzerbewegungen) ist so sehr viel einfacher möglich.
  • Dienste wie Hootsuite.com ermöglichen es nicht nur, alle Social Media Kanäle eines Unternehmens zu synchronisieren und über eine Plattform zu betreiben. Sie ermöglichen es auch, ein gezieltes und umfassendes Tracking durchzuführen. Hierbei lassen sich komfortabel Nutzerzahlen, Interaktionen, Reichweiten und mehr messen.

So, das soll erst mal reichen.

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