Protokoll vom 14.01.2014

Der heutige Tag stand im Zeichen der Dinge, die im Internet und in Sozialen Netzwerken schieflaufen können. Shitstorms, rechtliche Probleme wie Abmahnungen aber auch durchaus sinnvolle Dinge wie Social Media Guidelines standen auf dem Programm.

Äußerungen in Sozialen Netzwerken / Social Media Guidelines
Jeder Nutzer Sozialer Netzwerke, der diese privat und beruflich nutzt, muss den Spagat zwischen individueller Meinung und der Repräsentation des Arbeitgebers beherrschen. Es erscheint nur schwer möglich, das Berufliches und Privates zu trennen, wenn man es einmal vermischt hat. Daher die Empfehlung: Lassen Sie das berufliche aus privaten Netzwerk-Präsenzen heraus. Auf ihrem privaten facebook-Profil muss nicht zwingend stehen, wer ihr aktueller Arbeitgeber ist. Dafür gibt es xing.

Viele Unternehmen geben für ihre Mitarbeiter sogenannte „Social Media Guidelines“ heraus, also Richtlinien zum Verhalten in Sozialen Netzwerken. Dabei geht es weniger um strikte Regeln und Verbote als um eine Hilfe zur Orientierung. Diese Richtlininen schaffen in erster Linie Sicherheit, sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer.

Beispiele

  • Caritas, schönes Beispiel für verständliche und offen formulierte Richtlinien
  • Siemens, hier wird konkret u.a. vor „Social Engineering“ gewarnt

Interpretation von Inhalten ist wichtig
Wir hatten uns auch zuvor schon Inhalte angeschaut, die zunächst entweder unproblematisch wirken (Kinderschutz-Seiten in facebook hinter denen letztlich die NPD steht) oder auf den ersten Blick stark nach rechtsextremen Inhalten aussehen (Nachtmahr, Feindflug, Wumpscut – sie Protokoll von gestern), sich aber dann als bloße Provokation entpuppen. Das kritische Betrachten der Inhalte ist wichtig, gleichzeitig sollte man sich aber auch um Kenntnis des Hintergrunds bemühen.

Beispiel: Laibachs „Geburt einer Nation“, das nichts anderes ist als ein Cover des Queen-Songs „One Vision“. Der Text wurde vom Englischen ins Deutsche übersetzt. Hört man den ins Deutsche übertragenen Text, so wie er von Laibach vorgetragen wird („Ein Fleisch, ein Blut, ein wahrer Glaube“) kann für den unwissenden Hörer durchaus der Eindruck entstehen, es hier mit rechtem Gedankengut zu tun zu haben.

Queen – One Vision (englische, als unkritisch betrachtete Version, hier die Lyrics)

Laibach – Geburt einer Nation (Cover von Queens „One Vision“, der Text ist lediglich ins Deutsche übersetzt worden, oft als rechts angesehen, hier die Lyrics)

Bevor man also einen Shitstorm wegen so etwas anzettelt, sollte man sich in der Tat informieren 🙂 Hier ein Beispiel auf meinem privaten Blog, dass das mit der Recherche auch von Medien wie dem Stern nicht immer so eng gesehen wird.

facebook kann den Job kosten, wenn man sich dumm genug anstellt
Wie heute an einigen Beispielen illustriert, können beleidigende Äußerungen gegenüber dem eigenen Chef, der Konkurrenz oder gegenüber Kunden recht schnell zum Verlust des Jobs führen. Wie immer gilt hier also: Erst denken, dann tippen. Und dann noch mal denken, bevor Sie es senden.

Im Netz gelten dieselben Gesetze wie außerhalb, was Verleumdung, Beleidigungen etc. angeht. Ungeprüfte Informationen zu verbreiten, Gerüchte zu streuen oder andere zu diffamieren kann nach hinten losgehen.

Gleiches gilt, wenn Sie sich wegen eines Rückenleidens krank melden, am selben Tag aber Bilder von sich beim Basketballspielen auf facebook veröffentlichen. Kommt bei Chef eher so mäßig gut an.

Nicht alles, was irgendwo im Internet steht, stimmt auch
Auch damit haben wir uns u.a. heute auseinandergesetzt. Im Netz, besonders in Kommentaren, stößt man immer wieder auf ungeprüfte Behauptungen ohne Quellenangabe, die als Fakten verkauft werden. Tipp: Glauben Sie erst mal nichts, was nicht durch eine sachliche, fundierte Quelle belegt ist. Jeder von ihnen kann in wenigen Minuten ein youtube-Video produzieren und darin unglaubliche Mengen von Halbwissen verbreiten (Stichwort: AKWs retten Millionen Leben). So spannend Verschwörungstheorien, Alieninvasionen oder Gedankenkontrolle durch die CIA auch klingen mögen – für die meiste Dinge ist die einfachste Erklärung auch die richtige. Oder um es anders auszudrücken: Manchmal ist eine Ente einfach nur eine Ente. Das wäre übrigens eine schöne Überleitung zu duckduckgo.com 🙂

Gewinnspiele auf facebook
Auch hier kann einiges schiefgehen, wenn man die Regeln nicht kennt. Es ist in der Tat nicht ganz einfach, den komplexen Vorgaben und Reglementierungen zu folgen. Also besser vorher noch mal nachlesen.

Modeblogs, Let’s Plays und mehr
Auch wenn z.B. Unboxing-Videos nicht jedermanns Geschmack treffen oder die Besprechung neuer Mascara-Versionen nicht unbedingt auf Gegenliebe trifft, so haben diese Videoformen zusammen mit Let’s Plays eine neue Art der Produktkommunikation geschaffen. Mittlerweile müssen Hersteller von Kosmetikartikeln nur noch Proben an geneigte Blogger_innen verschicken, die produzieren die Werbung dann kurzerhand selbst. Die Reichweiten sprechen dabei für sich.

xKarenina erzählt von Frisuren und mehr

Let’s Play von Gronkh zu „Outlast“, das wird ab 13:00 min echt gruselig.

So, erst mal genug für heute. Wir sehen uns morgen.

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